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„Entweder Gold, oder nichts!“

Donnerstag, 1. Februar 2024 / Gangwon 2024

Lukas

Das Welli Hilli Park Resort bleibt für Österreich ein guter Boden. Nach der Silbermedaille von Janik Sommerer im Skicross legte Freestylerin Hanna Karrer am Mittwoch einen drauf und holte sich im Snowboard-Slopestyle sensationell Gold. Die 15-jährige Steirerin, die auf einen speziellen Glücksbringer baut, jubelte nach ihrem Run über den Sieg ihres Lebens. Zu den ersten Gratulantinnen gehörte Doppel-Olympiasiegerin Anna Gasser, die sich telefonisch aus Aspen (USA) meldete.

Dabei hat der Arbeitstag für die 15-jährige Steirerin nicht nach Wunsch begonnen. Nach einem fehlerbehafteten ersten Qualifikationsrun stieg der Druck im zweiten Lauf gehörig. Die junge Österreicherin behielt aber ihre Nerven und zog als Qualifikationssechste noch souverän in das Finale der besten zehn Athletinnen ein. Und dort sollte dann ihre große Stunde schlagen.

„Nach dem verpatzten ersten Run war schon etwas mehr Druck da, man macht sich halt seine Gedanken. Und dann habe ich mir gesagt: Ganz ehrlich, wenn es nichts wird, ist es nur halb so schlimm. Es ist eine große Ehre, dass ich überhaupt so weit gekommen bin und es ist nicht selbstverständlich, Österreich bei den Olympischen Jugendspielen vertreten zu dürfen. Das hat das innere Stresslevel dann doch etwas gesenkt und mir mehr Sicherheit gegeben“, verrät Karrer.

Mit All-in-Strategie zum YOG-Gold 

Nach einem ersten Abtasten und Platz vier nach dem ersten von drei möglichen Finalruns, setzte Karrer alles auf eine Karte und ließ ihre Konkurrentinnen staunen. Die große Zukunftshoffnung knallte einen unfassbaren Lauf in den Slopestyle-Kurs. Karrer bemerkte schnell, was für ein Run ihr gelungen war. Der Jubel im Auslauf kannte keine Grenzen und der Grinser wurde noch breiter, als die Ausbeute von 89 Punkten und Platz eins auf der Vidiwall aufschien. 

„Mein Trainer hat gesagt: Entweder Gold, oder nichts! Das war die perfekte Motivationsspritze für mich. Den ersten Run habe ich save hingestellt, dann konnte ich ihn noch verschönern. Richtig cool. Von solchen Momenten träumt man, dass ich das dann in so einem Wettkampf erleben kann, ist natürlich einfach unbeschreiblich. Da fährt dann das Adrenalin ein und beschert einem einfach Glücksmomente. Mir fehlen noch die passenden Worte“, strahlt die frischgebackene Goldmedaillengewinnerin. 

Das große Zittern

Eine Athletin nach der anderen bissen sich am Highscore der Österreicherin im entscheidenden Run die Zähne aus. Als die Neuseeländerin Lucia Georgalli zum großen letzten Angriff ansetzte und ebenfalls einen beeindruckenden Run hinlegte, stieg die Nervosität. Die Sekunden des Wartens vergingen für Karrer wohl wie Stunden, und dann die Erlösung. Die Athletin vom WSV Pichl-Reiteralm konnte ihre Führung verteidigen. Am Ende entschieden 0,75 Punkte über Gold. Vanessa Volopichova (81,25 Punkte) komplettierte als Dritte das Siegespodes

„Es war spannend und das Warten war eine große Challenge. Die anderen Mädchen sind alle super gefahren, es hätte einfach jede eine Medaille verdient. Diese Goldmedaille hat einen unglaublich großen Stellenwert. Ich kann das aktuell noch gar nicht richtig einordnen. Da brauche ich sicher ein paar Stunden. Eines ist fix: Die Medaille bekommt einen Ehrenplatz.“

Doppel-Olympiasiegerin als Gratulantin

Die Reaktion von Hanna Karrer war etwas überrascht und der Blick etwas ungläubig als das Telefon am Weg zu den Interviews geklingelt hat. Doch der anfänglichen Skepsis wich schnell einem Lächeln. „Anna (Anm.: Gasser) ist gerade bei den X-Games in Aspen und hat meinen Run vor dem Schlafengehen noch gesehen. Ich war überrascht, als mein Telefon geläutet hat – mit ihr hätte ich wirklich nicht gerechnet. Ich habe mich sehr über ihren Anruf gefreut, es macht mich extrem Stolz. Es ist unbeschreiblich und hebt meine Goldmedaille noch einmal auf eine höhere Stufe. Ein perfekter Wettkampftag mit einem überraschenden Ende“, verrät Karrer, die noch das Geheimnis rund um ihren Glücksbringer lüftet: „Ich habe von Anna einmal eine Medaille geschenkt bekommen. Die lege ich jede Nacht vor einem Wettkampf unter meinen Kopfpolster. Es scheint, dass sie mir heute sehr viel Glück gebracht hat. Jetzt habe ich meine eigene Medaille, vielleicht gebe ich sie ja wieder einmal zurück.“

 

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